»Striabäsn-Blues« ist den Außenseitern unserer Gesellschaft gewidmet. Sie vagabundieren herum, strawanzen und stehlen dem Herrgott (und nicht nur ihm) den Tag – so meint man landläufig. Ein »Striabäsn« ist also einer, der herumstreunt und überall ein bisschen »hineinschmeckt«, um sich dann sein eigenes Urteil zu bilden. Manchmal geht das gut und führt zu philosophischen Erkenntnissen, oft genug aber auch nicht. Dann verfällt der ein oder andere dem »Blues«. Aber sind wir nicht alle »Striabäsn«? Strawanzen kann man nämlich physisch, freilich auch geistig, literarisch und poetisch. »Rumstrian« kann auch die Sprache. Die Prosa- und Lyriktexte
von Norbert Göttler sind sowohl in bairischem Dialekt als auch in Hochsprache geschrieben. Das widerspricht sich nicht, sondern ergänzt sich. Beide Formen spielen sich den Ball gegenseitig zu. Oder treiben sich, im Idealfall, gegenseitig an. Ebenso ist es im Miteinander von gereimten und ungereimten Gedichten. Der Reim, von zeitgenössischen Autoren und Autorinnen nur mehr selten verwendet, hat seine bleibende Bedeutung in der Ballade. Gerade in ihrer mundartlichen Form hat sie ihren Charme in bissiger Authentizität und politischer Aufmüpfigkeit bewahrt.
Hier können Sie die Radiosendung in BR Heimat zu dem Buch „Striabäsn-Blues“ von Norbert Göttler hören. Der Autor Norbert Göttler ist bei Hermine Kaiser zu Gast. Dazu bitte den Inhalt entsperren.
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