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Ludwig Steinherr liest aus „Gottes Nähmaschine“ – Korrespondenzen in Wien

3. Oktober um 20:00 – 22:00

Ludwig Steinherr: Gottes Nähmaschine Gedichte

Am Samstag, 3. Oktober 2026, um 20:00 Uhr ist der vielfach veröffentlichte Lyriker Ludwig Steinherr bei der Veranstaltung „Korrespondenzen“ in der Galerie Wechselstrom in Wien zu erleben. Im Mittelpunkt des Abends stehen Texte aus seinen Gedichtbänden „Gottes Nähmaschine“ und „Zur Geburt einer Ming-Vase“. Gemeinsam mit dem österreichischen Autor Rudolf Kraus gestaltet Steinherr einen Abend, an dem zeitgenössische Lyrik, unterschiedliche Sprachwelten und poetische Perspektiven miteinander in Dialog treten. Es wird kein Eintritt erhoben und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ludwig Steinherr: „Gottes Nähmaschine“ und die Poesie des Alltags

In „Gottes Nähmaschine“ beginnt alles im Alltäglichen: eine Bushaltestelle, ein Supermarkt, ein stilles Zimmer, ein leeres Zimmer. Doch was unscheinbar beginnt, kippt bei Steinherr unvermittelt ins Metaphysische. Licht und Stille werden zu handelnden Kräften, Spiegel öffnen Abgründe, ein einziges Wort kann schwerer wiegen als ein Körper.

Steinherr schreibt über Krieg, Verlust und Vergänglichkeit – doch nie laut, nie pathetisch. Der Krieg schläft hinter der Wand, die Toten flüstern in Briefen. Zwischen Troja und Tiefkühlregal, Zen-Meditation und Smartphone entfaltet sich eine poetische Welt, in der das Komische und das Erschütternde nah beieinanderliegen. Eine Lyrik, die aufmerksam, ironisch und von großer Zärtlichkeit ist – und die Poesie als leise, aber entschiedene Gegenkraft zur Verrohung der Wirklichkeit verteidigt.

Auch „Zur Geburt einer Ming-Vase“ ist zu hören

Neben „Gottes Nähmaschine“ liest Ludwig Steinherr aus seinem Gedichtband „Zur Geburt einer Ming-Vase“. Damit bietet der Abend einen Einblick in unterschiedliche Phasen seines lyrischen Schaffens.

Der ungewöhnliche Titel steht beispielhaft für Steinherrs poetischen Blick: Dinge, Bilder und Situationen werden nicht einfach beschrieben, sondern verwandeln sich zu Ausgangspunkten für neue Assoziationen. Seine Gedichte bewegen sich zwischen sinnlicher Wahrnehmung, philosophischer Reflexion und überraschenden Perspektivwechseln.

So entsteht bei „Korrespondenzen“ ein vielschichtiges Bild eines Autors, dessen Werk immer wieder nach den verborgenen Verbindungen zwischen Alltag und Existenz sucht.

„Korrespondenzen“: Ludwig Steinherr trifft Rudolf Kraus

Der Abend wird ergänzt durch den österreichischen Schriftsteller Rudolf Kraus. Er liest aus seinen Bänden „wenn ich am morgen schon abends“ und „mit zwei zungen“.

Der Titel der Veranstaltung – „Korrespondenzen“ – beschreibt dabei zugleich das Konzept des Abends. Unterschiedliche lyrische Stimmen treten miteinander in Beziehung. Gedichte antworten aufeinander, Themen überschneiden sich, Perspektiven unterscheiden sich und Sprache wird selbst zum Gegenstand der Begegnung.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf den neuen und jüngeren Arbeiten der beiden Autoren. Für das Publikum entsteht ein abwechslungsreicher Literaturabend, bei dem unterschiedliche Formen zeitgenössischer deutschsprachiger Lyrik unmittelbar erfahrbar werden.

Veranstaltungsdetails:

Datum: Samstag, 3. Oktober 2026

Uhrzeit: 20:00 Uhr

Ort: Galerie Wechselstrom; Grundsteingasse 44, 1160 Wien

Eintritt: frei

Keine Anmeldung erforderlich

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