Die Uraufführung von Christoph Martin Wielands Singspiel »Alceste« mit der Musik Anton Schweitzers am 28. Mai 1773 im Schlosstheater von Weimar war ein bedeutendes Ereignis in der Operngeschichte und ein großer Publikumserfolg. Bis heute wird der Beginn der ernsten deutschsprachigen Oper auf diesen Tag datiert. Darin spiegelt sich auch der Erfolg von Wielands publizistischer Strategie, durch begleitende Essays das Werk ausdrücklich als deutsche Oper zu propagieren. Die Weimarer Uraufführung der »Alceste« war gewissermaßen die Initialzündung für den kulturellen Aufbruch eines kleinen Hofes, der bald einer ganzen Epoche der »Weimarer Klassik« seinen Namen geben sollte.
Die Edition von Wielands Libretto für das Singspiel »Alceste« will den Text vor seinem kultur-, musik- und literaturgeschichtlichen Hintergrund dokumentieren und seine große Wirkung erläutern. Sie nimmt ihren Ausgang bei dem Textbüchlein, das für das Publikum der Uraufführung gedruckt worden ist, und schenkt außerdem den von Wieland (mit-)betreuten Drucken Aufmerksamkeit, denn Wieland verstand sein Libretto nicht nur als Gebrauchstext für eine Oper und deren Aufführung, sondern auch als eigenständiges Lesedrama, das ohne Musik zu rezipieren sei.
Alceste. Ein Singspiel in fünf Akten – Text von Christoph Martin Wieland, Musik von Anton Schweitzer
von Capelle, Irmlind (Hg.) | Plachta, Bodo (Hg.) | Veit, Joachim (Hg.)
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Opernlibretti kritisch ediert · Band 2
Herausgegeben von Irmlind Capelle und Joachim Veit
ISBN 978-3-86906-601-1 Kategorien: Wissenschaft, Opernlibretti - kritisch ediert Seiten: 168 Ausstattung:
Capelle, Irmlind (Hg.)
Irmlind Capelle studierte Schulmusik an der Hochschule für Musik Detmold und Ev. Theologie (Staatsexamen 1984) sowie Musikwissenschaft, Ev. Theologie und Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Magister Artium 1984) an der FU Berlin. 1991 wurde sie in Detmold/Paderborn mit dem "Chronologisch-thematischen Verzeichnis der Werke von Gustav Albert Lortzing (LoWV)" promoviert.
1984–1988 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn zur Edition der Briefe von Albert Lortzing tätig. Von 1991–2014 wirkte sie als freischaffende Musikwissenschaftlerin und war halbtags bei „Dabringhaus und Grimm Audiovision GmbH“ (MDG) zur redaktionellen Betreuung der Booklets und zur wissenschaftlichen Betreuung der Aufnahmen angestellt.
Von Oktober 2014 bis Januar 2021 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin (WiMi) im sog. Detmolder Hoftheater Projekt, von Januar 2021 bis 31. Mai 2023 WiMi im DFG-Projekt „DFG-Viewer für musikalische Quellen“ und von August 2021 bis Oktober 2024 WiMi im DFG-Projekt „Henze digital – Hans Werner Henzes künstlerisches Netzwerk“. Irmlind Capelle ist Gründungsmitglied der Albert-Lortzing-Gesellschaft e. V. und seit 2009 deren Vorsitzende.
Plachta, Bodo (Hg.)
BODO PLACHTA hat als Professor für Neuere deutsche Literatur und Editionswissenschaft zuletzt in Amsterdam gelehrt. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen geht er immer wieder der Frage nach, wie und wo Literatur entsteht und in welchen Kontexten Literaten, Musiker und bildende Künstler leben und arbeiten.
Veit, Joachim (Hg.)
| Seiten | 168 |
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